Raus

Es ist schrecklich, wenn so viele Wähler ihre Stimme der AfD geben und die nun im Bundestag sitzt. Schrecklich, aber demokratisch korrekt – weil eben so viele Wähler sich anscheinend am rechtspopulistischen bis rechtsextremen Gedankengut der Damen und Herren nicht weiter stören.

Das wirft die schwere Frage auf: Und was jetzt?

Die AfD weint ja gerne und quengelt, dass man gepiesackt würde und dass die sogenannten „Altparteien“ sie nicht ordentlich mitspielen lassen. Und andererseits heult man nur auf den immergleichen Themen herum. Diese Mixtur aus Opfer und „Das muss man doch sagen dürfen“ – angereichert mit gezielter Provokation und Tabu-Bruch – ist eine unangenehme Mischung.

Aber kann man dann einfach AfD-Mitglieder aus einem Fußballverein ausschließen? Da kann die AfD ja ganz wunderbar die nächste Opfer-Geschichte stricken. Obendrein muss man auch die Frage stellen: Wenn einer „nur“ AfD-Anhänger ist und sich ansonsten nichts zuschulden kommen lässt – vielleicht noch nicht einmal seine Rechtsausleger-Meinung im Vereinszusammenhang hat laut werden lassen – darf man das dann? Ab wann begeht man denn da selber Gesinnungs-Spitzelei und Strafe? Nur einfach verbieten, das ändert ja auch die Meinung nicht.

Wachsam sein – und bei jeder Äußerung in der rechtsextremen Ecke nachfassen, kritisieren und bohren. Ja, bitte – ganz dringend sogar. Aber man sollte Menschen doch erst ausschließen, wenn sie auch etwas angestellt haben – wenn einer rechtskräftig wegen Volksverhetzung verurteilt wurde, dann darf auch ein Verein sagen, dass man das als Verstoß gegen die Grundsätze sieht …

Widerrede braucht auch Publikum – und einfach alle in die rechte Blase stopfen – das wird doch zu nichts führen.

Ich habe bisher auch die Erfahrung gemacht: Wenn man die Widersprüche aufdeckt, nachfragt wie das denn genau werden soll, dagegen hält – dann steht am Ende der Rechtsaußen meist sehr alleine da. Und diese Auseinandersetzung muss sein – ansonsten füttern wir aktiv und direkt das Opfermärchen immer weiter.

Wenn man zum Beispiel sieht, dass sich AfD-Mitglieder vom HSV so verfolgt sehen wie jüdische Mitbürger unter den Rassegesetze der Nazis – das ist ein extrem hanebüchener Vergleich, der absolut widerlich ist. Aber der ist in der Welt, weil man sich da das Leben so schön einfach gemacht hat.

Strengt Euch doch bitte etwas mehr an.

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