Knapp 18 Euro zahlt man in Deutschland, um durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk informiert und etwas gebildet zu werden. Und jeder Bürger soll dazu dann auch den entsprechenden Zugang haben.
Dann muss mir aber jemand erklären, wieso da so viel Geld für Sportübertragungsrechte, dümmliche Vorabendserien und Eurovision Song Contests ausgegeben werden muss. Ist das dann Bildung oder Information?
Ich zahle aus Überzeugung, dass die Idee des Bildungs- und Informationsauftrags für die Sender wirklich wichtig ist – aber ich bin nicht sehr davon überzeugt, dass die öffentlich-rechtlichen diesem Anspruch gerecht werden. Immerhin leisten sie deutlich mehr als die noch dämlicheren Privat-Sender. Aber ob Fernsehballett davon finanziert werden muss – also, da scheiden sich dann die Geister. Und wie wichtig ist es, dass die Lindenstraße ein schwules Pärchen in die Story eingebaut hat?
Ganz besonders dämlich finde ich allerdings die „Nutze ich nicht, also zahle ich nicht“-Vertreter, die dennoch ZDF und ARD Beiträge im Netz verlinken – das ist fast schon putzig.
Das anstehende Urteil dreht sich aktuell mehr um die Frage, ob das nun eine Steuer ist – um doppeltes Zahlen, wenn man zwei Wohnsitze hat – wer genau zahlen muss, sprich: auch Unternehmen? Das hängt damit zusammen, dass man die Gebühren an die Wohnung angedockt hat – und nicht mehr an den schieren Besitz von Empfangsgeräten. Und damit wird es natürlich auch überprüfbarer, weil man in Deutschland ja ein Meldegesetz hat und schnittig abgleichen kann, ob jeder zahlt.
Über die Regelungen kann man ja gerne streiten – auch über die Höhe – aber bitte auch über die Frage, was man denn dann mit dem eingenommenen Geld anstellt. Und ob man da genug Information und Bildung bekommt … oder doch eben zu viel seichte Unterhaltung und Plattitüden.