Essen – der Leiter der lokalen Tafel hat nicht genug zu verteilen und begrenzt den Zugang zum Angebot vorübergehend – es sollen im Moment nur Deutsche als neue Kunden angenommen werden, damit Rentner und Alleinerziehende nicht zu kurz kommen.
Man reibt sich die Augen – und fragt sich als Allererstes wieso denn bitte überhaupt in einem reichen Land Rentner und Alleinerziehende auf das Angebot der Tafel angewiesen sein sollen.
Das Ganze wirkt so: Auf dem Tisch stand satt zu essen – das haben wir weggenommen und die Krümel liegen lassen – und jetzt sagen wir den einen: Guck, wie gierig dir die anderen deinen Krümel wegnehmen.
Wie schrecklich finden wir es denn, dass die Tafeln mit ihren Lebensmitteln soziale Einrichtungen beliefern und soziales Einkaufen ermöglichen? Wie schrecklich würde sonst die Verschwendung von Lebensmitteln ausfallen, wenn es die nicht gäbe? Und könnten sich soziale Einrichtungen überhaupt versorgen, wenn sie nicht beliefert werden?
Der Leiter der Tafel in Essen mag da in der aktuellen Situation nicht die beste Entscheidung der Welt getroffen haben – ihn jetzt als Nazi zu verdammen, das ist kurzsichtig und viel zu einfach. Und keiner, der es sich jetzt rausnimmt im Chor mitzuheulen, aber noch nie bei der Tafel mitgearbeitet hat – sollte jetzt das Maul all zu weit aufzureißen.
Es MUSS eine bessere Lösung geben, als Hunger Games aufzuführen.