Erst Schweigen, dann windelweiche Worte über Schuld auf allen Seiten, dann ein Statement gegen Neo-Nazis und dann wieder zurück zur Schuld auf beiden Seiten – so sieht Trumps Reaktion auf die Vorgänge in Charlottesville aus. Und die einzigen, die noch applaudieren, sind so charmante Herren wie Duke vom KKK.
Wenn eine Masse Mensch „Blood and Soil“ oder „Jews will not replace us“ skandiert – dabei Hakenkreuz-Symbole zeigt – dann dürfte allen klar sein: Das sind Neo-Nazis. Da ist die Kante, die kein demokratisch gesinnter Mensch ignorieren kann. Und wer sich auf der Seite der Nazis einreiht, der gibt damit ja mindestens zu, dass Neo-Nazi-Forderungen und Geisteshaltung kein störender Faktor für ihn sind.
All die beruhigenden Phrasen, dass Trump als Präsident von seinem Stab gebremst würde – nichts da. Die Amerikaner haben einem waschechten Rassisten den Weg an die Macht geebnet – es fehlt nur noch, dass er bald das Weiße Haus anzündet. Und es ist ja nicht so als hätte er all das im Wahlkampf versteckt und man dürfte jetzt ganz überrascht tun – nein. Man hat sehenden Auges einen Rassisten gewählt – oder mindestens war der Rassismus kein abschreckender Faktor.
Und so nebenbei lässt sich der Präsident auch immer neue Worte einfallen – nicht nur „Covfefe“, sondern jetzt auch „Alt-Left“. Und das rechte Pack lacht sich ins Fäustchen, sehen sie sich in ihrer Agenda doch bestätigt – mit dem bequemen Label können sie ja jetzt alles bezeichnen, was nicht in ihr radikales Weltbild passt. Vor allem sind sie geradezu euphorisch, dass sie vom Präsidenten nicht zur Räson gerufen werden – und das heißt übersetzt: sie sehen sich auf der Gewinnerstraße.
Wenigstens hört und sieht man, dass den amerikanischen Bürgern ihr Sinn für Moral noch nicht ganz abhanden gekommen ist – allen, die jetzt ihre Stimme erheben, sei an dieser Stelle ausdrücklich gedankt.